Als Sohn eines Huf- und Kesselschmiedes kommt Willhelm Leonard Könn am 17. Juni 1912 in Düren zur Welt. Er ist ein Junge mit musischen Interessen, der sich aus Liebe zur Musik auf dem Jahrmarkt am liebsten in der Karussellorgel versteckt und später mit selbst verdientem Taschengeld Geigenunterricht nimmt.


Mit Anfang Zwanzig bewirbt er sich mit Erfolg an der Kunstakademie Düsseldorf, doch ihm fehlen die Mittel, um für Reise und Unterhalt aufzukommen. Gemeinsam mit dem vom 1. Weltkrieg gezeichneten Vater ist er für das Auskommen der Familie verantwortlich und entscheidet, zu bleiben.


Im Mai 1936 heiratet er Hedwig Classen ohne deren Zutun sein Leben bald undenkbar ist. Als Näherin verdient sie ein kleines Gehalt, das die junge Familie, zu der inzwischen auch der einzige Sohn gehört, gut brauchen kann.


Im Zweiten Weltkrieg wird die Heimatstadt Düren durch das großangelegte Bombardement vom November 1944 fast komplett vernichtet und die junge Familie verdankt ihr Überleben nur einem glücklichen Zufall. Evakuierung, die Flucht zurück nach Hause und Hunger prägen die Kriegs- und Nachkriegszeit und nur langsam kehrt das Leben in geordnete Bahnen zurück.


Als aufmerksamer Beobachter und geprägt durch diese existenziellen Erfahrungen rückt er bis zuletzt Mensch und Natur in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Landschaften, Familie und Portraits sind für ihn immer wiederkehrende,
unerschöpfliche Sujets, ohne dass er dabei je in Klischees verfällt. Seine Werke sind nicht einfach gefällig sondern haben ihren eigenen, ausdrucksstarken Stil. Dabei bedient er sich der verschiedensten Techniken und Darstellungsformen. Seine Arbeit entwickelt sich von naturalistisch über expressiv bis hin zu abstrakt und symbolistisch.


Willi Könn´s Kunst blieb sein Leben lang leise und nur im Kleinen verehrt. Die Öffentlichkeit meidend, waren ihm Ausstellungen mehr Graus als Freude. In einer Kunstwelt, die von Publicity und Vermarktung bestimmt wird, war er nicht einzuordnen. ´Ich arbeite da an was ´, murmelte er oft hintergründig und winkte dabei stets abwertend mit der Hand.


Selbstporträt 1930

Biografie

Leben

1912 – 1997